Sonntag, 28. Februar 2010


Liebe Barbara1, auf diesem Bild von Frans Floris sieht man beim Anklicken dann ein zahmes Frettchen unterm Tisch. Sein Bild der alten Frau mit dem Hund finde ich auch sehr
schön gemalt, der Stoff des Kleides über ihrem Bauch, das Fell des Hundes und des Mantels. - Danke für Deine Hinweise!

Gestern zu Besorgungen auf die Mariahilferstraße, die wegen einer Demo gesperrt war. Etwa 3000 junge Leute die gegen den § 278a, den § gegen terroristische Vereinigungen, der als juristische Grundlage für die Anklage und überlange Untersuchungshaft von Tierschützern verwendet wure, demonstrierten. Am kommenden Montag beginnt der Prozeß gegen die Tierschützer in St. Pölten. Es ist der Versuch eine gesellschaftliche und moralische Avantguarde nachhaltig zu kriminalisieren und sozial zu vernichten. Glücklicherweise gibt es starke Unterstützung von Prominenten aus Kunst und Kultur.

Wieder ein Bild von Syberbergs site. Sommerfrische und humane Kultur. Kultur, ganz weit weg, von hier aus gesehen.



Außer den Filialen der großen Ketten in der Haupteinkaufsstraße gibt es nur noch kleine türkische Lebensmittelgeschäfte und billige Läden von Chinesen und Indern.
Ein paar Geschäfte, ein Geschirrladen der stolz die Fotos der 4 oder 5 Generationen in deren Besitz er stand, im Schaufenster ausstellt und der doch in der Defensive gegen türkische Frisiersalons und ein Geschäft in dem die Hausfrauen vom Balkan die grausliche Maggimischung, die jedes Essen gleichmacht, in Halbkilosäcken kaufen, ist, dieser Geschitrrladen also, ein Handarbeitsgeschäft hinterm Amtshaus des Bezirkes, ein Naturkostladen für die Leute die hier in den Eigentums und beseren Genossenschatswohnungen zu Hause sind und sich bio kaufen. Sehr viel mehr ist nicht mehr da. Die Pfarrbücherei, der "Herzilein"- Kinderkleiderladen der in einen Bobo-Bezirk auswanderte (und in dem meine Freundinnen Kleidchen für die Enkelinnen kaufen) und der Tischler-Restaurator, der auch dicht machte, sind die einzigen mittelschichtigen Unterfangen, die ich im Bezirk ausmachen konnte. Der kleine Selbständige, der vielleicht auch das Vorstadthaus in dem sein Laden lag, besaß, die Wiener Basis der VP ist dahin. Nicht nur im Telefonbuch, auch im Grundbuch, gibt es immer mehr fremdländische Namen. Komischerweise sind manche Gewerbe aber traditionell ortstreu, es gab immer schon ein paar Bauernfänger-Bars und Clubs an der Bahnlinie die durch den Bezirk geht und dort siedeln sich auch weitere Etablissements an. Dazwischen Häuser mit Eigentumswohnungen aus den 70ern und 80ern, deren Einwohner zwar immer wußten, daß sie in keiner 1a Lage wohnen, die aber immerhin im Haus ein Sicherheitsgefühl von "unter sich sein" hatten. Damit ist es nun auch vorbei, denn die erfolgreichen Wohnungsbesitzer sind in Einfamilienhäuser im Umland der Stadt gezogen und haben die Wohnungen untervermietet, oft bei großer Fluktuation und wiederholten Polizeieinsätzen. Mit 70 oder 80 eine Wohnung, die im Wert gesunken ist zu verkaufen und eine neue, erschwingliche in besserer Lage zu finden gelingt nicht allen, und so treffen wir beim Gassigehen auch immer wieder ältere bürgerliche Leute, die nett zum Hund sind.


Es bleibt vorderhand mild, aber in den letzten Jahren hat es im März immer nochmals geschneit. Die braven Pelargonien die 3Jahre am Nordfenster durchgehalten haben sollen zurückgeschnitten und in größere Töpfe umgetopft werden; die Töpfe (vom Baumarkt, dort mußte ich den Verschluß für den Kaminzugang besorgen als die Therme abgekoppelt wurde) hab ich schon, aber die Erde beim Aldi war gleich ausverkauft.
Nochmals zum Baumarkt? Vor dem Baumarkt ist ein Arbeitsstrich, wild aussehende Burschen,schon die jüngeren haben verfaulte, schwarze Zähne, stehen dort und warten.
Sie machen die dreckigsten Arbeiten für 2-3,-€ in der Stunde, schlafen im Auto, im Massenquartier oder im Freien, es passiert auch daß sie um den Lohn betrogen werden.
Wenn ich mit dem Hund vorbeikomme sind sie - es ist dort eng - immer freundlich zu uns, und ich denke mir welches Elend die Ostöffnung freigegeben hat und wie es sein kann - bei der vorbildlichen medizinischen Versorgung und der längeren Schulpflicht für alle, von der die Intellektuellen aus den zwei betreffenden Ländern immer gern erzählen, daß diese Burschen so schlechte Zähne haben. Das sind keine Landsleute, höre ich dann, das seien Roma, Exterritoriale quasi. Aber ich habe nicht den Eindruck daß es Roma sind. Zu den politischen Strömungen in diesen Ländern erschien ein neues Buch von Gregor Mayer und Klaus Odenahl "Aufmarsch - die rechte Gefahr aus Osteuropa".

Samstag, 27. Februar 2010





Die niedrigen Vorstadthäuser um den Kirchplatz im Bezirk. Gewerbe, Kleingewerbe, Basis der städtischen VP, sehr ausgedünnt. Der Neubau ist ein Sozialbau der Stadt Wien und in der Dimension eingepaßt; ob der Platz unter Ensembleschutz steht?
Ein paar Gässchen weiter ist eine afrikanische evangelikale Gemeinde, im Gässchen das vom Platz wegführt ist ein afrikanisches Restaurant.

Nochmal Salzkammergut, Sommerfrische, Licht vom See.
Kultivierte Bürger bei denen Kinder und Hunde durcheinander purzeln.

Donnerstag, 25. Februar 2010


Lathmar Holi - das indische Fest der Farben.

Das Bild einer Sommerfrische aus der Zeit vor 1938 (von Syberbergs site).Ein Bild von einem fernen Kontinent, von hier aus betrachtet. Heute war ich in der großen Einkaufsstraße des Bezirkes, in dem alle großen Ketten, aber auch kleine chinesische und indische Läden sind. Ballerinas gibt es da schon um 3,-€. Ein teilweise Spanisch sprechendes Romapaar gustierte, er suchte die Schuhe für sie aus. Viele Einheimische aus den umliegenden Sozialbauten (white trash würde mein Bruder sagen) waren ebenfalls unterwegs. Von ein paar netten Frauen mit Hunden aus dieser Sozialgruppe (über die Hunde komt man beim Gassigehen ins Gespräch) weiß ich wie knapp ihr Budget ist und daß Arbeiten weniger bringt als im Transferbezug zu bleiben. Aber beim ersten Sonnenstrahl möchten sie auch ein bissl shoppen und diese Läden gestatten es: pistaziengrüne Flats um 3,-€, ein T-shirt und eine Plastiktasche. Manchmal habe ich mich gewundert woher die migrantischen teenies ihre kurzen Jäckchen, engen Hosen und kettengeschmückten Lacktäschchen nehmen, sie bevorzugen Läden der Ketten D órsay und pimkie. Dort gibt es alles schon ab Größe 32, bei 38 ist dann Schluß. Eine türkische Mutter mit Kopftuch saß gottergeben in einer Ecke auf einem unausgepackten Karton mit Frühlingswaren und wartete bis ihre hübschen und aufgeregt schnatternden Töchter sich entschieden haben würden. Die jungen türkischen Frauen die nicht hier geboren sind, kaufen wieder woanders ein, ihren Laden habe ich auch schon entdeckt: silberne Sabrinas mit großem Glitzerstein um 10,-€, lange berüschte Überblusen, ein langer weiter Hosenrock, der für eine traditionelle Frau schon was Ausgefallenes bedeutet.
Selbst kaufte ich nichts; die einzige Biokosmetikfirma die noch Sonnencremes anbietet ist Lavera, und das gibts erst viel weiter stadteinwärts.

Mittwoch, 24. Februar 2010


Ein warmer Tag, mit Sonne am Vormittag. Besucher, die auf die Wohnung achtgeben, während ich mit dem Hund draußen bin.

Dienstag, 23. Februar 2010


In der Wohnung unter mir lebte eine alte Dame aus dem Iran, sie ist vorige Woche ausgezogen und hat mir zur Erinnerung diesen kupfernen Kerzenhalter geschenkt. Bald nach Khomeinis Rückkehr war ihr Mann, ein Richter, ins Gefängnis gekommen und dort gestorben. Sie selbst ist Naturwissenschaftlerin und floh mit den drei Töchtern.
Da sie nicht mehr ganz jung war und bei uns nicht die erforderlichen 15 Arbeitsjahre zusammenbekam war ihre Pension sehr klein. Sie war vor über 20 Jahren hierhergezogen, ihr war nicht klar und vom Hausbesitzer natürlich auch nicht klargemacht worden, was für eine triste Gegend das ist und daß das schäbige Haus nie renoviert werden sondern immer schäbig bleiben würde. Die Wohnung selbst war von den Vormietern, Inländern, renoviert und mit einer gemauerten Dusche in der Küche und neuen Fenstern versehen worden. Der Hausbesitzer formulierte den Ablösevertrag, sie zahlte ca. 20 000,- € , viel zu viel, und dann eine Miete von 265,- €. Uninformiert und von anderen Sorgen belastet versäumte sie die Frist um die Ablöse auf einen realistischen Betrag herunterzuklagen. Da sie ihre Wohnung penibel pflegte, wird die jetzt als frisch renoviert vermietet und vermutlich 460,- € kosten. Der Hausbesitzer hat also von zwei Mietsteigerungen profitiert, ohne selbst einen Cent investieren zu müssen, denn die alten Erstmieter haben natürlich eine geringere Miete gezahlt.
Die Frau Professor, wie ich sie nannte, eine fesche und sportliche Person,auch mit fast 80 Jahren, mochte keine Hunde und war auch empört als ich ihr sagte sie könne in diesem Haus nicht bleiben. Sie wußte es natürlich selbst. Einmal, noch bevor ich hier wohnte, hatte sie eine Prostituierte als Nachbarin gehabt, die die Wohnung als Arbeitsort nutzte, ständig lungerten rauchende und pöbelnde Freier vor der Türe. Das Gefühl ihre gesamten Ersparnisse in diese Wohnung gesteckt und nun einfach nicht genug Geld für eine andere zu haben, die soziale Isolation in diesem Viertel machten sie sehr deprimiert. Nun haben ihr Tochter und Schwiegersohn geholfen und sie hat eine Wohnung gegenüber von den beiden am Stadtrand bekommen. Ich freue mich sehr für sie.


Schneerosen vom Aldi und ich überlege schon, wo ich sie im April oder Mai im Freien aussetzen werde. Sie mögen Waldrand und Buchen, kommen in Ostösterreich aber gar nicht vor. Eine winterliche Fahrt nach Mariazell, unglaublich viele Schneerosen am Rand der schmalen Straße, steigt in der Erinnerung auf. - Es wird vermutlich mild bleiben und ich entsorge die Aldi-Jacken mit den kaputten Reißverschlüssen ganz gegen meine Gewohnheiten im Müll und krame die gewaschene und für bessere Zeiten aufgehobene dünne Bogner Steppjacke aus besseren Zeiten hervor. Ebenfalls für bessere Zeiten aufgehoben und aus besseren Zeiten stammend gibt es dazu passende Bogner-Hosen und Kaschmirpullis in beige. Die packe ich nicht aus. Erst gestern hab ich einen Kaugummi, den ich mir im Autobus zugezogen habe, von der Eduscho-Jean gekratzt, einer der glitzernden Schmucksteine an der Hosentasche ist dabei mitheruntergegangen. Glücklicherweise; denn Glitzersteine am Po trage ich nicht freiwillig.
Sogar die konservative Presse schreibt über das Raiffeisendebakel und den Staatskonkurs der Ukraine. - In der Straßenbahn geriet ich - über den freundlichen Hund - ins Gespräch mit einer jungen Frau, 23 Jahre, die in einer Putzerei arbeitet, 500,- Euro verdient und bereits ganz schlechte Leberwerte durch den Kontakt mit den Chemikalien hat. Ich hab ihr eine Studienkollegin die eine Beratungsstelle leitet (in unserem Alter leitet man oder man ist arbeitslos) ins handy diktiert; hoffentlich geht sie wirklich hin; denn es muß eine Umschulung und Unterstützung für diese Frau geben.

Montag, 22. Februar 2010



Stadtwinter, schrecklicher Stadtwinter.

Der Wiener Südbahnhof wird abgerissen und neugebaut; auch der Westbahnhof wird umgebaut. Bahnhofsviertel sind in keiner Stadt nette Viertel (hm, außer vielleicht in Zürich und in Stuttgart, da liegen die großen Bahnhöfe des 19.Jh mitten in der Stadt, binden an elegante Geschäftsstraßen an) und man meidet sie wenn man nicht unbedingt hin muß. Rund ums alte Gebäude des Südbahnhofes waren alle die Autobushaltestellen, von denen die Busse relativ billig nach dem Südosten fahren: nach Serbien,Bosnien, ja sogar nach Bulgarien. Die Gegend um den Bahnhof war schon in den 80ern ein Migrantentreffpunkt. Gegenüber liegt ein eigentlich weitläufiger schöner Park, darin das älteste Museum moderner Kunst, ein qualitätvoller Bau aus den 60ern. Der wird gerade saniert, der Park, mit vielen Obdachlosen, ist ab der Dämmerung nicht empfehlenswert. Der alte Südbahnhof aus der Nachkriegszeit war häßlich, und der neue wird kein bißchen schöner sein, darüber bin ich mir ganz sicher, und ich werde mich neu darin zurecht finden müssen, solte ich wieder Richtung Süden reisen. Als die Flüge noch nicht so billig und etwas Besonderes waren führ ich viel mit dem Zug, dann kamen die Reisen mir den Auto, die viel bequemer waren, weniger abenteuerlich und schon ein bißchen saturiert.

Samstag, 20. Februar 2010


Johanna Dohnal 1939 - 2010
Arbeiterkind, Alleinerzieherin, Lesbe; erste, von Kreisky eingesetzte Frauenstaatssekretärin. Zwar war sie uns immer zu sozialdemokratisch, aber ohne sie gäbs eine ganze Menge nicht: Frauenberatungstellen, Frauenhäuser, etc
Einer der vielen grauslichen Kommentare unter dem Nachruf den A.Rohrer in der Presse
verfaßt hat: "Jetzt hats der Teufel gholt !"


Auf der Suche nach Fotos von Gironcolis oeuvre fand ich sein Portrait von Josef Kern, das ich weiter unten gepostet habe. Kern hat viele Kollegen und Freunde aus der Akademie gemalt, Alltagsportraits, Alltagsbilder die mir sehr gut gefallen. Leider finden sich im web nur seine Blumenbilder und ein Akt, der mir nicht gefällt und der auch untypisch für seine Portraits ist. Kern ist, wie alle guten Maler, vom Land.

Bruno Gironcoli 1936 - 2010

Desiderata.


Es ist milder und regnet. Die Vögel singen, die Krähen, die das Körnerfutter nicht so begeistert angenommen hatten, sitzen in den aperen Parkflächen und graben in der endlich aufgeweichten Erde.
Das Hyazinthen-close up ist für Mauraulam. Ich werde Deinem Tipp folgen und die
Zwiebel aufheben, vielleicht treibt sie im nächsten Frühling nochmals. Wer der Architekt der bunten Genossenschaftshäuser ist, weiß ich nicht, sie sind ein Behübschungsversuch in einer dichtverbauten ästhetisch und sozial tristen Gegend.

Freitag, 19. Februar 2010






Im südlichen Nachbarbezirk, auch ein armer Bezirk mit vielen Migranten. Neubauten um einen Parkplatz und ein kleines Einkaufszentrum herum.

Donnerstag, 18. Februar 2010


Es ist weiterhin etwas weniger kalt, der Schnee taut und verschwindet langsam aus den
Rinnsteinen, aber alles ist grau in grau, kein Sonnenstrahl. Da muß ich noch ein paar Pflanzen besorgen.

Mittwoch, 17. Februar 2010









Seit gestern ist es etwas wärmer, welche Erleichterung! Die große Kälte hatte alle Lebenskräfte gebannt. Heute nach der Arbeit schnell mit dem Hund in den schönen Bezirk gefahren, sauberer Schnee, freundliche Hundeleute, die sich aufmerksam und humorvoll verhalten, ohne Schreierei, Bedrohungen und dumme Rücksichtslosigkeiten wie im Wohnbezirk. Wie gut und einfach kann das Leben sein.

An diesem schönen Barockhaus in der Innenstadt wurde so lange herumgebaut und das Dach aufgestockt bis Risse auftraten und nun alle Bewohner evakuiert werden mußten. Es trifft keine Armen; aber schade um das alte Haus. So gut wie jeder Dachboden in der Innenstadt wurde ausgebaut und die alte Dachsilhouetten zerstört.
Zum Barock: ich lese gerade den konservativen Huyn, der schreibt daß Barock der letzte große Weltstil war, fides propaganda der katholischen Welt der Gegenreformation. -
Ich finde das barocke Stadthaus hatte die schönsten Raumproportionen und die schönste Dachform, wohl deswegen geht mir die Zerstörung dieses Hauses nahe.

Montag, 15. Februar 2010




Anfang der 70er war "Ethno" modern geworden, Yves Saint Laurent (vielleicht finde ich Fotos) hatte den look in die haute couture eingeführt und mitzuverbreiten geholfen, Marisa Berenson, Loulou de la Falaise und Marella Agnelli trugen ihn. Vor ein paar Jahren gab es ein revival, das aber schnell wieder vorbeiging.
Aber vor "Ethno" gab es einen anderen Bruch in unserem Modeverständnis (das sich von dem was die Mütter wünschten nach Sprachreisen in England und Staunen auf der Kings Road in Richtung Mini, Twiggi, A-Line, bunte Strumpfhosen und einzeln eigeklebte falsche Wimpern entwickelt hatte), nämlich Marimekko. Jacky Kennedy z.B. trug Kleider von Marimekko. Und das gibts , trotz IKEA, immer noch und hilft gegens Wintergrau.

Sonntag, 14. Februar 2010


Die Orchideen scheinen sich wohlzufühlen, die Knospen blühen auf. Wichtige blog-Lektüren heute bei Michel Gastkemper und bei Michael Eggert. Und gegen Westerwelle mal bildungsbürgerlich in der FAZ.

PS: bitte nicht verübeln, wenn ich Kommentare nicht beantworte; ich habe ein paar cookies zuviel gelöscht und kann auf dem eigenen blog nicht mehr kommentieren, weder als FL noch mit irgendeiner der anderen angebotenen Identitäten.


Wenn der Hund, der in letzter Zeit heikel und wählerisch wie eine Katze ist, sein Futter nicht mag und ich auch nichts Anregendes im Eisschrank finde gehen wir zum türkischen Bäcker, der täglich offen und immer frisches Brot hat. Unser gemeinsames Lieblingsbrot ist das Fladenbrot, das etwa 75 cm lang, duftend und knusprig ist und das wir ohne Zutaten verschlingen. Ziegenkäse, Oliven und ein Glas Wein wären nicht schlecht dazu, aber der Bäcker hat nur Oliven in Salzlake und einen abgepackten Kashkaval, der sehr salzig ist und dem Hund nicht bekommt und mir auch nicht. Der Hund mag auch Oliven, aber ebenfalls nur in Öl eingelegte. Der türkische Bäcker macht auch Krapfen, Vanillekipferln und einen passablen Apfelstrudel. Für mich gibts noch eine Tasse Löskaffee und für den Hund rohe Karotten, mit denen er vorm Verzehr noch spielt.Essen erledigt, Kochen erspart; das hier ist kein foodie-blog, sieht man ja schon an den Fotos.

Beim Aufräumen ein Interview mit Helmut Berger gehört, an den "Garten der Vinci Contini" und die anderen Visconti-Filme gedacht, und an die Marisas, Berenson und
Mell.

Samstag, 13. Februar 2010








Der "Parkblick" - Park von gegenüber. Der fedrige Schnee ist sauber, er dämpft Lärm.
Dennoch ein "Winter meines Mißbehagens" (das ist aus irgendeinem Shakespeare-Stück).
Nächste Woche soll es dann milder werden. Ich habe sehr viel zu tun, und kann müßige, nichtsdestotrotz interessante Überlegungen der Sorte "die unglaublichen diplomatischen Leistungen der Briten im 19.Jh, die Heere und Allianzen vor Ort zustandebrachten, müßte man mit der heutigen undiplomatischen, nur auf Gerät gestützten Interventionspraxis vergleichen" nicht weiterverfolgen. Auch nicht, "wie vorbildhaft England für die bürgerliche Kultur des Kontinents gewesen ist und mit dem Gentleman auch dem Bürgerlichen eine noble Identifikationsfigur bot".