
die Familie, liebe Barbara2, ist der stabilste soziale Bezug; weil die Eltern ja nicht aufhören sich Sorgen zu machen und sich zu kümmern, gehen sie uns in der Jugend ja so sehr auf die Nerven, bis man draufkommt daß sich außerhalb der Familie niemand um unser Wohl und Wehe bekümmert. Später ist man Dienstgeber oder Dienstnehmer, Kunde, Mieter, Patient (und Ehefrau) und nicht ohne gute Gründe sind alle diese Bezüge penibel rechtlich geregelt,weil in allen diesen Bezügen versucht wird den anderen zu instrumentalisieren, zu betrügen und übers Ohr zu hauen. Auch Freundschaften gedeihen am besten wenn man karriererelevant ist und weniger gut wenn man einen Job sucht. Tragend sind die familiären Primärbezüge, in weniger entwickelten und differenzierten Gesellschaften als unseren ist das ganz klar. Durch moderne gesellschaftliche Solidarkonstruktionen (Sozial-und Krankenversicherungen) wird die Familie entlastet und teilweise ersetzt, in Finnland etwa hat jeder ein recht auf Ausbildungsgeld und eine Wohnung, was von der Unterstützung der Eltern unabhängig macht. Aber bei uns, mit dem akademischen Prekariat? Weil Du sozioökonomisch gut abgesichert und dadurch selbständig bist kannst Du eine Familie nach Neigungen zusammenstellen, so hat meine Generation auch gedacht, hat dennoch eifrig geerbt und nach dem Studium alle elterlichen Beziehungen genutzt wenn es welche gab und der Rest mußte sich eine politische Ersatzfamilie für den Aufstieg suchen. Mein Hauptargument für die Familie ist, daß ich vielleicht nicht in allem mit ihnen übereinstimme, was für mich als erwachsene Person aber auch nicht mehr so nötig ist wie für einen Jugendlichen, daß sie ordentliche Manieren haben, von denen sie auch gegenüber Ärmeren und Fremden Gebrauch machen, Hunde lieben und ihren Lebensunterhalt nicht mit Gaunereien verdienen, auch jene nicht, die sehr erfolgreich sind, aber Letzterers hängt eben auch mit Geschichte und Saturierung zusammen.
liebe Maurulam,
ich weiß nicht wie das aktuell bei verschiedenen Orden mit dem Noviziat gehandhabt wird, vielleicht doch je nach orden verschieden? Es gibt auch die Möglichkeit im dritten Orden zu leben, und doch mit dem Ordenscharisma verbunden zu leben
liebe Barbara2,
ich sehe (meine) Familie nicht so sehr als Blutsbande sondern als kulturelle Bande.
Mit ihnen verbinden mich Haltungen und Werte, ich kann darauf vertrauen daß sie nach ähnlichen Prinzipien handeln wie ich selbst, das kann ich bei anderen Leuten kaum. Und in Krisensituation fallen eigentlich alle auf die Verhaltendweisen der eigene Famile zurück...