
Die Lilien gedeihen; mein Fehler war, daß ich die Zwiebeln heuer nicht mit Erde bedeckt habe, weil ich zu wenig Erde hatte.
liebe Barbara2, zu den Ärzten, bei denen ich Bekannte vorziehe und Du "Unbekannte":
bei wichtigen und teuren Dienstleistungen, deren Qualität ich als Laie nicht gut beurteilen kann, setze ich auf soziale Kontrolle. Ob einer ein Abzocker ist, kann ich schon an der Organisation der Ordination erkennen, dann geh ich einfach gleich wieder weg. Aber ob jemand sich Mühe gibt oder mich nach 0815 durchschleust, hängt schon von sozialer Vertrautheit einerseits oder Anonymität andrerseits ab. Und stärker davon, als von finanziellen Zusatzleistungen meinerseits. Indiskretionen oder Peinlichkeiten befürchte ich nicht; gute Ärzte (und Anwälte) sind sehr diskret. Vor vielen Jahren gab es eine Ärztin die mit einem Freund verheiratet war, die - an und für sich harmlose und banale - Indiskretionen beging, es ging um Geburtstermin, eventuellen weiteren Kinderwunsch, also nicht um venerische Infektionen oder andere Grauslichkeiten, schließlich war es eine bürgerliche Ordi und keine, die von Damen die die Geringfügigkeit mit grauer Prostitution auffetten, frequentiert wurde. Aber es kam nicht gut an, denn wenn der Chef weiß, daß man als Karrierefrau ein zweites Kind plant, baut er eine Vertretung im Hintergrund auf, die eventuell Probleme machen wird, man kommuniziert das zu gegebener Zeit lieber selber, etc.. jedenfalls verlor diese Ärztin die Frauen des Freundeskreises und hat nun eine weitaus schlichtere Klientele. Finanziell bedeutet das für sie keine Einbuße, von diesen Frauen gibt es genug, sie können gratis zum Arzt, sie sind kränker und haben mehr Schwangerschaften und mitunter viele Schwestern und Cousinen und sie sind unkritische Patientinnen, die nicht fragen, nicht insistieren...
Mit Deinem Augenarzt hat Du Glück, manche Ärzte, die sehr motiviert sind, sind stärker an Krankheiten als an Patienten interessiert (Habilitanten meiden :-))
der gute Hausarzt, der die Ordi vom Vater übernahm und schon unsere Eltern behandelt hat ist so wie der gute alte Familienanwalt fast ausgestorben.
liebe Barbara2,
Selbstbestimmung und Freiheit, die seh ich eben begrenzt, ich bin doch Strukturalist
-:) - aber vielleicht gehst Du zu anthroposophischen Ärzten (die Kassen hier zahlen das nicht) und da ist der Arzt-Patienten-Bezug auch anders; oder in einer kleinen Uni-Stadt wirst Du als Uni-Mitglied auf jeden Fall sorgfältig behandelt...
liebe Barbara2,
Strukturalist,naja: wir werden stark von Strukturen gelebt
und: ja, die Sprache sagt dem Arzt wen er vor sich hat, aber Ausländer, die Intonation und Nuancen nicht hören können und die nur grobe Statussymbole sehen,
können Menschen sozial nicht richtig einordnen, hier im Haus z.B. hat der Schwiegersohn des Hausbesitzers, ein bulgarischer Internist, die Ordination - schon daß ich in der Bruchbude wohne beweist ihm ja daß ich arm und kein Zurückgrüßen wert bin - den Hund hält er auch für einen Pitbull und mich wahrscheinlich für eine Putzfrau. Die persische Frau Professor, die früher unter mit wohnte und die mit Titel auftrat und einmal in seine Ordi kam, konnte er dank Titel "richtig" einordnen: nämlich als jemanden, dem man eine Privattaxe abverlangen kann (was sie richtig als Abzocke verstand und nie wieder hinging).
Ich selber kann Franzosen und Italiener (da hab ich Menschen aus allen Schichten kennengelernt und weiß wie sie sprechen) vom Hören zuordnen, dazu brauch ich keine
Tods und BcBGs sehen. Und bei Briten hört man es auch und merkt es an den Manieren. Aber Osteinwanderer reagieren auf Gold, Geld und Titel. Inder und Asiaten sind da viel subtiler und beobachtungsfähiger.