Freitag, 3. Februar 2012


1996
Die Caritas ist keine Vorfeldorganisation der ÖVP, sagt der B (der B ist ultraschwarzer, erzkatholischer Herkunft, denkt aber grün und sozial, das bringen Bildung und Unabhängigkeit eben so mit sich) auch wenn natürlich manche denken im Kielwasser des tatsächlich gut aussehenden Herrn Integrationssekretärs auf Bundesebene künftig etwas Karriere machen zu können. In Wien ist es mit der ÖVP-Gefolgschaft unter den Jungen so eng, selbst in den "schwarzen" Familien, daß man sich nach einer neuen Klientele umgesehn hat: Mittelschichtsmigration. Ausländische Akademische Abschlüsse sollen leichter anerkannt werden. Nun haben wir selber einige tragische Fälle akademischer Migration und sozialen Identitätsverlustes kennengelernt und auch versucht ihnen zu helfen; dennoch sind wir gegenüber exotischen akademischen Graden aus Ländern, wo auch die Führerscheine und der Nachweis der Zugehörigkeit zu verfolgten Minoritäten käuflich sind, etwas skeptisch. Die unwillige Wiener junge Akademikerschaft, die in Wien grün wählt, sich mit Prekarität und Armut herumschlagen muß, durch eine neue, dankbare, Klientele zu ersetzen, wäre ja zu praktisch. Die so abgeworbenen Mittelschichten fehlen dann auch in den ohnehin unterversorgten Transitionsländern, vor allem im medizinischen Bereich, aber auch in den technischen Bereichen.
Und, setzt der B fort, die Seeligsprechung der Hildegard Burjan, der Gründerin der Caritas Socialis, nimmt diese auch nachdrücklich aus dem Bereich des politischen Katholizismus, schließlich hat man sich bisher bei den Konservativen immer gern mit ihr geschmückt, eine Partei, die den Lueger stellte.
Am 8. März, dem internationalen Frauentag, wird der Luegerplatz von den Bezirksgrünen der Innenstadt übrigens in Ella Lingens - Platz umbenannt.