Montag, 28. Februar 2011


E laboriert schon seit langem am Multikulti-Romantizismus.Die Wiener sind gräßlich , ja, und die Sehnsucht nach dem unschuldigen Wilden ungebrochen. Umsomehr als E. neben einer Botschaft wohnt, mit dem Auto zur Arbeit fährt und an einer teuren Privatschule unterrichtet. Bei mir war sie noch nie, zu viel Realitätskontakt. Es letzte Akquise war eine unerhört sympathische Studentin aus , na wir verschweigen woher genau, wahrscheinlich hat eh nicht gestimmt was sie erzählte, weder Studentin noch sonst was. Diese unerhört sympathische Person putzte um sich die ungerechten Studiengebühren für Ausländer leisten zu können und E empfahl sie begeistert allen Freunden weiter. Das war vor einem Monat. Inzwischen wurde der Nachlaß von Es Schwiegermutter eröffnet und E musterte den häßlichen Goldschmuck, tat ihn in einen großen Suppenteller und ließ den vorerst mal im Esszimmer stehen. Die Perlen waren passabel, ja eigentlich sogar sehr schön, nur die geschmacklose Schließe müßte ausgetauscht werden. Ich sagte ihr daß sie den Schmuck einpacken und die fabelhaft sympathische Studentin nicht in Versuchung führen solle; das gehört sich nicht, man muß ihre Situation mitbedenken, lauter Sachen die E. eigentlich selber wissen müßte, denn ihr Vater war Anwalt und ihre Mutter Arztin, es gab immer Haushaltshilfen. Aber E. lachte nur, die unerhört sympathische Person sei doch wie eine Freundin, etc. hätte auch bei allen Freunden bei denen sie putze einen unerhört guten Eindruck gemacht und hätte von allen bereits die Wohnungsschlüssel. Inzwischen hat die unerhört sympathische Person bei allen Leuten mitgenommen was irgendwie wertvoll und nicht zu groß war, selbstverständlich auch das häßliche Schwiegermuttergold mitsamt den doch eigenlich hübschen Perlen und der Manschettenknopfsammlung des Hausherrn und ist untergetaucht.

Eine Wohnung im Stockwerk wurde frei und neu vergeben. Prontissime natürlich, um Mietausfall zu vermeiden. Über Nachmieter, Vorgang und Begleitumstände haben wir im Freundeskreis, stark juristenlastig, zwei Wetten abgeschlossen, die erste davon hat vorderhand mein lieber B. gewonnen. Über die Einzelheiten der Wetten kann hier aus Gründen der Dezenz, der Völkerfreundschaft und der politischen Korrektheit nicht gepostet werden. B. hat seinen Gewinn mit mir geteilt und ich hab mir davon unter anderem einen Teekessel von Le Creuset gekauft. Den gibts hier, in Meidling, in einem entzückenden alten Geschirrgeschäft, das reichlichst sortiert ist und in dem Damen aus vier Generationen der Besitzerfamilie anzutreffen waren. Die schönen alten Geschirrgeschäfte in der Innenstadt, in denen man all die Zauberdinge für eine gutausgestattete Küche in riesiger Auswahl und von verschiedenen Herstellern bekam, wurden ja nach und nach geschlossen, leider.

Bald ist wieder Opernball! Darüber wurde hier im blogchen ja gern gelesen. Heuer gibts einen veritablen Skandal: Ruby Rubacuori, Berlusconis minderjähriger Stolperstein und prospektiver politischer Sargnagel ist als offizieller Herzeigegast eingeladen.

Sonntag, 27. Februar 2011


Die Guttenberg-Geschichte entlockt uns keine Emotionen. Mir fallen auf Anhieb sofort etliche Dissen ein die geghostwritet wurden; Doktorate für Visitenkarte und Grabstein. Und wovon leben Prekäre die zwischen Promotion in Philosophie und Habil steckengeblieben sind? Na davon. Und die Geschichte von der Tante in England die eine britische Arbeit dem Neffen nicht schnell genug ins Deutsche übersetzte, zum selber Übersetzen war der umtriebige Schwindler nämlich auch noch zu faul. Also: das gabs immer, auch schon vor c&p. Wir wundern uns nur ein bißchen, weil der gute Name Guttenberg doch eigentlich genügt, alles unnötig, während wenn man zum Beispiel nur Hahn heißt, na dann braucht ma wos dazua.




Die Wetterprognose verheißt noch eine eisigkalte Woche. Aber gestern und heute wars schon etwa wärmer, das merkt man auch daran, daß hier im Bezirk offenbar die Samstagnächte wieder gefeiert werden (und dafür zahle ich einen Phantasiezuschlag für "besonders gute Gegend, nicht dicht verbaut wie in den Bezirken innerhalb des Gürtels" zur Richtwertmiete) und andernorts, in besseren und glücklicheren Gegenden, schon die Winterlinge blühen.

Samstag, 26. Februar 2011


Das großartige Bild ist von Syberbergs site. Bei uns sieht man höchstens ein paar Hirschkühe zusammen, und zur Brunft mehrere Hirsche.


Helmut Federle, von dem auch heute hier die Rede war...
Ich erinnere mich noch genau dran daß die Galerie frisch ausgemalt worden war, sogar der Vorraum, alle Türen und Fenster mattweiß und eine neue Schrift an der Tür. Die Galeristin hatte sich, alle stellten wilde Malerei die sich gut verkaufte , aus, neu positioniert. Geometrische Abstraktion. Neuer Mann, neues Konzept; ich nahm diese Galeristinnenselbstinszenierung überhaupt nicht ernst, aber Federles, er war der neue Mann, kleinformatige Bilder hatten tatsächlich Kraft.

Freitag, 25. Februar 2011


Zufälig haben wir nach der Längenfeldgasse, dieser tristen Strasse hier, gesehen und entdeckt, daß sie nach einer hochherzigen Stifterin benannt ist. Ich dachte immer der Name sei ortsbeschreibend, "lange Felder" oder so ähnlich. Das Haus hier wird als "schlichtes sezessionistisches Zinshaus" bezeichnet, natürlich kein Architekten- sondern ein Baumeisterbau und der war auch Eigentümer, das wußten wir bereits, da uns die Besitzerfolge interessiert hatte. Gebaut ist es 1913/14 und das merkt man auch, wie der Techniker trocken feststellte. - Es ist abscheulich kalt, minus 12 Grad am Morgen und dazu noch der Wiener Wind! Die armen paar Singvögel müssen noch gefüttert werden, aber in der Blumenstraße kommen schon die Blätter aus den Zwiebeln, doch Nachhaltigkeit!, und die erste Knospe am selbstgezogenen Orchideenzweig öffnet sich.

Montag, 21. Februar 2011


Winterende in Sicht, Kommentarfunktionen off, allen freundlichen Lesern einen lieben Gruß!
(Die Schneeglöckchen sind von hier.)

Freitag, 11. Februar 2011


Eine ganze Reihe friedlicher Revolutionen konnten wir erleben, wieviel Glück unsere Generation doch hatte! Ob Kairo nun modern wird wie Prag vorher?

Das kleine blog, eigentlich nur weitergeführt um die Barbaras zu unterhalten, schließt nun wirklich. Schöner wirds hier nicht, interessanter auch nicht. Das Haus hat gehalten, was die häßliche Fassade versprach.
Immerhin, sagt B., konnten wir uns vorher unter "anschwellendem Bocksgesang" nichts vorstellen, bloß den Botho - Essay, jetzt wissen wir, was das ist und wie es klingt. Die Bockssänger bekommen demnächst, nach anfänglichem Zusammenraufen und zweieinhalb Jahren nachtnächtlicher&tagtäglicher Bocksgesänge, ein Kind und haben auch für die Kündigung meines Mietvertrages unterschrieben. Sie wohnen halt lieber unter ihresgleichen.

liebe Barbara,
nein, ich hab noch nix abgestellt, die Leser sind auch sichtbar...
die Boxgesänge wurden in letzter Zeit tatsächlich leiser, wegen Hochschwangerschaft, das Kind sollte bald da sein. Mein ganzer Freundeskreis ist sehr besorgt wegen dieses Milieus, (Selbstjustiz, Racheaktionen, Übergriffe, Drohungen, Einschüchterungsversuche etc...) die Verwandten der Schwangeren wohnen nebenan im Sozialbau; die Juristen haben mich eingehendst gebrieft. Die Drachica und ihre diversen Unverschämtheiten sind bereits ein running gag unter uns. --
Es schneit, vorletztes Rückzugsgefecht des Winters?
Ich schicke Dir mal per mail einen Bericht zur Lage und wie es weitergeht, ja?
Macht Ihr Semesterferien?
Alles Liebe und Gute!

lieber Hermann,
Du wirst es nicht vermissen, es war schon sehr fade fading out in letzter Zeit.
Ich wünsch Dir viele viele journalistische und schriftstellerische Erfolge!!!

Es regnet ein bißchen und wird wieder kälter; die Hausmeisterin sammelt unter den Hausbewohnern Unterschriften für die Kündigung meines Mietvertrages. Wir trinken Tee,
essen dazu Strudl vom Demel und erörtern Sociologica.

liebe Barbara,
naja, Deutsch ist eine schwierige Sprache und eine serbische Putzfrau und Hausmeisterin braucht, auch wenn sie über 30 Jahre hier lebt und arbeitet und von sich in chronischer Selbstüberschätzung behauptet "ich Deitsch perrfekt" , keine fehlerfreien Episteln zu verfassen. Daß es überhaupt Hinweise und noch dazu solche mit Bitte&Danke gibt, ist neu.

Sonntag, 6. Februar 2011


Himmelsschlüssel und Leberblümchen blühen, wir sitzen in der Sonne und reden über Politik und Justiz,essen zum Nachtisch Kastanienreis und trinken Kaffee und Grappa ---- aber alles selbstverständlich nicht hier.

liebe Barbara,
gestern abend war ich nicht am PC und habe deswegen nichts freigeschaltet; die Primeln kamen schon in der ersten Föhnperiode vor zwei Wochen, an einem sehr sonnigen Plätzchen, die Leberblümchen unter Bäumen, unter trockenem Laub, aber beide erst noch vereinzelt, nicht viele.

Wer war das nur gleich, der sagte "Baut den Kindern Paläste" ? ---
Ein Kuriosum am Rande: bis vor kurzem war Mubaraks Nationalemokratische Partei noch
hier Mitglied

Samstag, 5. Februar 2011


Der "Parkblick" zeigt: mild, sonnig, äußerst windig.
Immer noch beschäftigt uns die Situation im Maghreb. Das Essen kam heute wieder vom türkischen Bäcker und war aufgegessen bevor ich es fotographieren konnte; es gibt viele Sorten Baclava (gefüllt mit Nüssen, Topfen, Pistazien...) und viele Sorten Brot, fertige Pide mit Fleisch-und Käse-oder Spinatfüllung, eine Art Auflauf aus Nudelteig und Käse, alles frisch und handgemacht.

Freitag, 4. Februar 2011


"Everybody loved Hosni"

Der klassische Arztroman ("Heftlroman") braucht ein zeitgenössisches update, entweder witzig und intellektuell oder aber zeitgeistig.
Ende gut, alles gut, am Ende (nach schröcklichen Aschenbrödel-Intermezzi) kriegt die tapfer blowjobbende Finanzberatersgattin ihren Doktor. Die Moral von der Geschicht: Arbeit lohnt sich nicht.

liebe Barbara,
die links sollten eigentlich alles erklären!
Also: "Schwester Helga" ist ein Lehrbuch für Ökonomen und die Heldin aus "Immer am Dienstag war ich die Nutte" heiratet schlußendlich einen Arzt

Donnerstag, 3. Februar 2011

Mittwoch, 2. Februar 2011

Dienstag, 1. Februar 2011