
E laboriert schon seit langem am Multikulti-Romantizismus.Die Wiener sind gräßlich , ja, und die Sehnsucht nach dem unschuldigen Wilden ungebrochen. Umsomehr als E. neben einer Botschaft wohnt, mit dem Auto zur Arbeit fährt und an einer teuren Privatschule unterrichtet. Bei mir war sie noch nie, zu viel Realitätskontakt. Es letzte Akquise war eine unerhört sympathische Studentin aus , na wir verschweigen woher genau, wahrscheinlich hat eh nicht gestimmt was sie erzählte, weder Studentin noch sonst was. Diese unerhört sympathische Person putzte um sich die ungerechten Studiengebühren für Ausländer leisten zu können und E empfahl sie begeistert allen Freunden weiter. Das war vor einem Monat. Inzwischen wurde der Nachlaß von Es Schwiegermutter eröffnet und E musterte den häßlichen Goldschmuck, tat ihn in einen großen Suppenteller und ließ den vorerst mal im Esszimmer stehen. Die Perlen waren passabel, ja eigentlich sogar sehr schön, nur die geschmacklose Schließe müßte ausgetauscht werden. Ich sagte ihr daß sie den Schmuck einpacken und die fabelhaft sympathische Studentin nicht in Versuchung führen solle; das gehört sich nicht, man muß ihre Situation mitbedenken, lauter Sachen die E. eigentlich selber wissen müßte, denn ihr Vater war Anwalt und ihre Mutter Arztin, es gab immer Haushaltshilfen. Aber E. lachte nur, die unerhört sympathische Person sei doch wie eine Freundin, etc. hätte auch bei allen Freunden bei denen sie putze einen unerhört guten Eindruck gemacht und hätte von allen bereits die Wohnungsschlüssel. Inzwischen hat die unerhört sympathische Person bei allen Leuten mitgenommen was irgendwie wertvoll und nicht zu groß war, selbstverständlich auch das häßliche Schwiegermuttergold mitsamt den doch eigenlich hübschen Perlen und der Manschettenknopfsammlung des Hausherrn und ist untergetaucht.





















