Montag, 29. März 2010


Hallo Maurulam, da mußte ich gleich wieder an Dich denken. Und da und da auch.
Maurulam, ich dachte, es könnte Dich beruflich interessieren: für Kinder und mit Kindern gesund kochen.

Sonntag, 28. März 2010





Liebe Barbara2,
hier die Ergebnisse der Pelargonienstutzerei-und Vermehrung:
- ein zurückgechnittener Pflanzstock treibt schon an 5 Stellen aus,
- der andere an gar keiner (zu kurz gestutzt? es war die schwächere Pflanze mit dem etwas schlechteren Standort)
- die abgeschnittenen kleinen Zweige die ich einfach ins Wasser stellte, haben inzwischen viele Wurzeln gebildet (ich werde sie einpflanzen)
- aber die starken Haupttriebe, die ich (wie auf einen Pflanzenseite empfohlen)
in feuchte Erde steckte haben keine Wurzeln gebildet.

Dienstag, 23. März 2010

Freitag, 19. März 2010


liebe Barbara1, Deckrüden decken mit obigem Ergebnis. Wie heißt das denn bei Euch?

liebe Maurulam, nein diese Welpen sind nicht von ihm. Unter den jetzigen Umständen kann ich keinen zweiten Hund haben. Er ist ein ganz lieber Rüde, der mit dem Weibchen spielt und läuft, sie zärtlich abschnuppert und beleckt und dann erst zur Sache kommt. Alle Rüden sind nett zu Welpen, und wenn (wie bei einem Züchter) alle beisammen leben, zeigen auch die Rüden ihre Jungen dem Menschen. Aber meist haben Rüde und Hündin verschiedene Besitzer, oft reist die Hündin zur Paarung an.

Liebe Kalliope, nach Deinem blog wurde ausdrücklich verlangt und das zu recht!
Weil das hier nur so eine Zwischendurchbloggerei mit ganz wenigen Lesern war, gab es nämlich keine blogroll. Deinem blog verdanke ich viele Anregungen und viel Freude!

Donnerstag, 18. März 2010


Letzter Blick aus dem "Lifthaus mit Parkblick und deswegen erhöhter Richtwertmiete"!
Die linden Lüfte sind erwacht und weben spürbar, der Hund ist zum Decken gebeten
und die Polizei hat mal einen Erfolg zu vermelden. Diesen interaktiven NL-Unterricht finde ich leider nicht mehr, ich stolpere ratend durch Michels Artikel, schaue aber immer die Schwäne bei Mirthe an! Hier die Gedichte von Kalliope und da der Strickblog der Mädels mit dem PhD. Und für Wien-Sehnsüchtige noch einen Blick in den spätwinterlichen Burggarten...

Dienstag, 16. März 2010


Bertolucci wird 70.
Liebe Barbara1,
also ich lese Syberberg und Don Alphonso.
Österreichische und einige ausländische Zeitungen.
Über den Kaukasus berichtet sehr gut das Eurasische Magazin.
Über Prekarität Santa Precaria und zu Ökonomischem die BEIGEWUM.

Montag, 15. März 2010









Liebe Barbara1,
ich lese was Michael verlinkt.
Für morgen ist Schnee angesagt, aber ab Donnerstag soll es endlich und endgültig wärmer werden. Habt alle einen schönen Frühling, nicht zu viel Zeit am PC verbringen, besser raus an die Sonne!

Donnerstag, 11. März 2010



Das war der morgendliche Blick aus dem Fenster des "Lifthauses mit Parkblick und deswegen erhöhter Richtwertmiete". Minsk innen UND außen. Ohne katholische Erziehung könnte man da dem Selbstmitleid anheimfallen.
Hat mir das Katholische etwa auch geschadet, prüfte ich mich beim Morgenkaffee mit dem Freund, der hier übernachtet hat. Aber ja! Es veranlasste mich, die erste spontane Abneigung als unnett zu unterdrücken, Vertrauen zu geben und mich schlußendlich nach hierher vermitteln zu lassen. Erst als die Person dann noch meinte "und gestan wor bei mir de Beratarin von da Schenarali (Generali, eine Versicherung), bewerms eahna durt, dann kriag I 500 Euro" fiel beim braven Lieselkind der Groschen. Ja, das Katholische hat mir geschadet.

Liebe Barbara2,
das kleine Ferienblog (durch ZWEI Ferien für Dich :-)) schließt nun.
Danke fürs Mitlesen!!!
Liebe Barbara1,
Danke für Deine Besuche, Deine Anregungen und Info und Deine guten Worte, die gut wirkten! warum eigentlich machst Du kein blog?
Lieber Michel Gastkemper,
herzlichen Dank und herzlichen Gruß!
Liebe Maurulam,
alles Liebe und Gute! Mach noch ne Ausbildung, nicht resignieren, Ohren steif halten!




Carla ist kein solcher Ballerina-Fan wie ich, das Staatsbesuchstheater fadisiert schon, Sarko sowieso und der schnuckelige Schmalzbarde is der Gegenwärtige. Hier noch pics von anderen kleinen Männern.

Mittwoch, 10. März 2010


liebe Barbara2,
1.) die Tür führt vom Stiegenhaus auf einen kleinen Balkon, auf dem die alte persische Professorin, die vor drei Wochen auszog, ein paar Töpfe mit Tomaten, Erdbeeren und Blumen hatte, der geht nämlich nach Süden. Man sieht, daß die rissige Tür seit 1914 nicht mehr lackiert wurde.
2.) die konservative Partei in Ö ist sehr inhomogen, besteht aus verschiedenen "Bünden" : Bauernbund, Wirtschaftsbund/ÖWK (das sind die Dönerbrater/Finanzberater/Bäcker, Gastro) und der IV/Industriellenvereinigung. In Wien ist natürlich Tourismus und Gastro wichtig und daher die ÖWK, und deren kleinbürgerliches Milieu.
Die IV war bisher sozialpartnerschaftlich orientiert: das war sicher und billiger.
Es gab ein sozial gesinntes kulturorientiertes Großbürgertum, oft geadelte jüdische Familien.

liebe Maurulam,
schön daß Du vorbeischaust!
in meinem Job hat man sowieso immer zwei Jobs.
Es tut mir leid, daß Deine Generation schon mit dieser Misere anfängt, wir hatten es besser. Bitte mach - solange die Eltern noch leben, nicht pflegebedürftig sind und etwas Rückhalt geben können - noch Ausbildungen dazu!!!! Ich halt Dir die Daumen!

Schlafendes Jesuskind

Sohn der Jungfrau, Himmelskind! Am Boden
auf dem Holz der Schmerzen eingeschlafen,
das der fromme Meister, sinnvoll spielend,
deinen leichten Träumen unterlegte;

Blume du, noch in der Knospe dämmernd
eingehüllt die Herrlichkeit des Vaters!
O wer sehen konnte, welche Bilder
hinter dieser Stirne, diesen schwarzen
Wimpern sich in sanftem Wechsel malen!

Eduard Mörike 1804 - 1875
vertont von Hugo Wolf


hallo, Ihr Lieben, ist doch alles da, Hausmeisterdrachen, Boxstudio im Sousterrain, und der AWDler mit den Sektflaschen im Fenster (bitte anklicken). No?
liebe Barbara2, den AWD gibts doch auch in der BRD, der Finanzberater der kleinen Leute, der sie schon mal um ihr sauer Verdientes bringt.

Die ÖVP hat wieder 8 mögliche Formen des Sozialbetruges ausfindig gemacht, ich darf ihr noch eine Neunte und Zehnte verraten: such Dir einen qualifizierten Arbeitslosen, laß ihn geringfügig um 350,- monatlich arbeiten und wenn er gut ist, lass ihn mindestens halbtags um diesen Betrag arbeiten, für Dich, lieber Gewrbetreibender ist es supi und für den armen Hund auch, er hat dann immerhin mehr als er angestellt bei Dir verdienen würde, und: lieber schwarzer Freiberufler, für -keine- 1,5- Stunden- Wartezeit verlang beleglos von Hacklern einen 50er und von Besserern einen 100er (leg das Schwarzgeld aber nicht beim AWDler an).

Dienstag, 9. März 2010


Wien ist seit dem Ende der Monarchie eine rote Stadt, die sehr vielen nicht wie vorher lediglich knappes Überleben, sondern Aufstieg ermöglicht hat. Es gab ein rotes Selbstgefühl der Stadt, das sich bis ins Großbürgertum, das soziale Einrichtungen mitfinanzierte, ausgebreitet hatte. Der schäbige Leuteschinder bei dem die Arbeiter an Tbc krepierten war einfach nicht mehr modern; Technologiefortschritt und erhöhte Produktivität machten werkseigene Arztstationen, Schulen und Kindergärten finanzierbar. Die Kirche hatte nicht unverdienterweise sehr an Einfluß verloren. Aus dieser Zeit stammt die ostentative Ablehung der Grußformel "Grüß Gott" die in den Bundesländern nach wie vor ohne allzugroße Nebenbedeutung üblich ist beim Wiener, der darauf patzig mit "Grüssie" antwortet. Seit die Mißbrauchsgeschichten in den Medien sind, bekommt man die gleich eifrig serviert, denn mit "Grüß Gott" hat man sich für ihn ja als "Kerzenschlecker" geoutet.So gehts der Aufklärung eben, wenn sie in der Bassena angekommen ist.
Aber sonst ist der Wiener nicht dogmatisch, man ist "a so a Rote" wenn man etwa im städtischen Gesundheitsbereich arbeitet und beruft sich auf die Mamma mit der Strumpfreppassieranstalt, wenn man Schwarzen was andrehen will.
Lustig ist es auch mit den katholischen Schulen, man platzt nämlich vor Stolz, wenn etwa das Enkerl in einer solchen Aufnahme gefunden hat, und nun als Erster der Sippe mit kleinen "von und zus", von denen man vorher gern behauptet hatte "olle schiach und degeneriert" die gleiche Luft atmet.

Nochmal nachgedacht und zu dem Schluß gekommen, daß ich - pointiert gesagt - bisher halt einfach nur Erfahrungen mit IV und keine mit ÖWK hatte. Wobei die IV (und deren Personal) früher auch viel lustiger und bunter waren.
Liebe Barbara2, ich entschuldige mich fürs Kryptische, es wär umständlich zu erklären
und bei den Drachen hast Du ganz recht, es sind ja sogar deren zwei, in deren Sprache "zmajevi"

"Interessanter historischer Überblick, verehrter Don.
Also die österreichischen Westviertel sind für lückenlose Aufklärung und Aufarbeitung. Wegen der Moral und überhaupt ( tiefkatholisch ist man nicht mehr, eher so kulturkatholisch) und vor allem im Eigeninteresse: man schickt schließlich die eigenen Kinder in diese alten katholischen Schulen und Internate, man selber, die eigenen Eltern und Großeltern waren ja auch schon dort. Und man will nicht, daß den eigenen Kindern sowas widerfährt."
"zum Kindesmißbrauch historisch und allgemein:
in den armen unteren Schichten durch Familie und Wohnumgebung, in verelendeten Schichten Anbieten und Verkauf durch die Angehörigen, in den Mittelschichten mitunter durch Familienangehörige aber eher durch Lehrer, Hauslehrer, in den oberen Schichten kaum durch die Familie, aber durch Diener und Personal, denen die Kinder oft überlassen waren."

getto-rigged
ups, Nachricht von Freunden:"die Degentrifizierungsliste is ja fast komplett, Boxstudio, Hausmeisterdrache und die Sektflaschen im Fenster des AWDlers fehlen noch!"

Montag, 8. März 2010



Nach diesem spätwinterlichen Kälteeinbruch gibt es auf den Straßen zwar keinen Schnee mehr, aber jede Menge Streusalz, das ganz unnötigerweise ausgebracht wurde, und nicht nur in meinem grindigen Bezirk, sondern auch im Zentrum. Beim Billa (REWE-Konzern) allerdings wird schon der städtische bio-Balkongärtnermarkt bedient: Bio-Gartenerde, Samen aus altem Pflanzengut, alles beim Einkauf von Milch und Brot zu erstehen, ohne lange Anfahrten zu Bio-Gärtnereien und verdienstvollen Einrichtungen wie der Arche Noah.

Später am Morgen dann mit dem Bus stadteinwärts zur Technischen Universität, wo es noch ein gutsortiertes Papiergeschäft gibt. An der Busstation kauert wieder die junge
Frau in der Kälte, die ich schon mehrmals dort gesehen habe. Romafrauen soll man kein Geld geben, weil ihnen das eh nur von den Clan-Chefs abgenommen wird, also kauf ich ihr eine Schnitzelsemmel, in einem blitzsauberen appetitlichen Laden, der von einer türkischen Familie betrieben wird. Als ich ihr die warme Semmel gebe schaut sie mich voll an und ihre Augen sind ganz klar, also keine sedierte Romafrau. Überhaupt: ich kenne das Gesicht ja von woanders her, sie steht auch oft vor einem großen Aldi und hält einem einen Einkaufswagen bereit, man muß keine Münze reinstecken, sondern gibt die bereitgehaltene Münze ihr. Intelligent ist sie also auch. Sie ist keine Osteuropäerin (die würden nicht betteln sondern einen Mann suchen) sondern eher midleeast. Wie mag sie hierhergekommen sein? Sicher hat sie bereits körperliche Schäden davongetragen. Kommt denn hier an der TU nie ein streetworker vorbei? Ich muß realistisch sein, ich kann diese junge Frau nicht schultern, aber ich kann einen professionellen Kontakt herstellen helfen, der ihr da raushilft. In der TU selbst hat man den Eindruck: Technik ist Männersache, kaum Mädchen und: in diese gutbezahlten Berufe drängen sehr viele Zuwanderer. Ich treffe zufällig auf den Bruder eines Freundes, beide unterrichten hier, er fragt wie es mir geht und ich erzähle ihm kurz die Wohnsituation, er bietet mir Hilfe an.


In diese ganze Scheiße geraten bin ich, weil mir vorgelebt wurde, daß man von Armen nichts verlangt und mit ihnen auch keine Geschäfte macht. Kein Bürger tut das, dachte ich. Die Mutter hatte schon einmal erwähnt, daß die Kommunisten ihnen zwar alles genommen, die österreichischen Vermieter ihnen aber gerne auch noch die Haut abgezogen hätten. Wegen der Bombenschäden und des Zustromes an Flüchtlingen war Wohnraum rar und diejenigen die noch welchen hatten, verdienten damit. Ich hatte auch nicht realisiert, daß ich einfach ganz gezielt belogen wurde, als mir unter großem Zeitdruck eine ähnlich klingende Adresse genannt wurde, und sich im allerletzten Moment dann diese Straße in dieser Gegend herausstellte. Die Empfehlerin hatte mich in der vorigen Wohnung besucht , mißgünstig die Bilder, die ich dann hier gar nicht mehr auspackte, betrachtet und wußte, daß ich nie freiwillig hierherziehen würde.
Meine Mutter hatte schwarze Politiker encharmiert und Hausherren bei ihnen angeschwärzt, die Frauen mit drei Kindern in nassen Kellerwohnungen untergebracht hatten. Um Leute, die Armen schäbigen Wohnraum um 50% ihres Tranfereinkommens oder ihres arbeitsrechtlich schlecht abgesicherten Verdienstes andrehen, machte man zu Hause einen Bogen. Aber auch die Zuwanderer sind keineswegs untereinander solidarisch, es gibt die Gebildeten, die Dir irgendwelche Samisdat-Geschichten erzählen und die gar nichts dabei finden, ein business mit schwer unterbezahlten Landsleuten aufzuziehen, oder die Ungebildeten, die aus einer Grenzregion kommen und deswegen gute mündliche Sprachkenntnisse haben und diese Neuankömmlingen nur gegen Bezahlung für Amtswege zur Verfügung stellen. In Wien gibt es genug Beratungsstellen mit Dolmetschern, aber dennoch tendieren die Asylanten zu den Landsleuten, die sie abzocken.

Sonntag, 7. März 2010


Ohne Hund würde ich die Wohnung weniger oft und regelmäßig verlassen müssen und könnte schnell, und unaufmerksam gegen die häßliche Umgebung, zur U-Bahn marschieren die mich in erfreulichere Gegenden bringt. Aber mit Hund, der, wenn ich mir die Schuhe zubinde schon ein Freudengeheul anstimmt, das ihm (rasseimmanent) nicht abzugewöhnen ist, so daß die Nachbarn und das Hausmeisterpaar wissen: jetzt kommen sie gleich, jetzt postieren wir uns und stauben sie ein, und wenn wir sie nicht gleich beim Verlassen des Hauses erwischen, dann eben, wenn sie wiederkommen. Tagtäglich, seit 20 Monaten. Ebenfalls kann in unserer Abwesenheit von der Wohnung schnell am Türschloß manipuliert werden, daß sich dann minutenlang nicht öffnen läßt, so daß der Hund und ich genötigt sind, die dichte Staubwolke vor der Wohnungstür minutenlang einzuatmen. Man kann auch was in den Lift sprühen, was Giftiges auf der Baustelle Gestohlenes oder sonstwo Erhältliches. Hausmeister und Kellnerinnen können sich eben nicht vorstellen, daß auch das nachweisbar ist. Der Hausherr, der die unter uns freigewordene Wohnung präsentiert, um Himmelswillen keinen Tag Leerstand und Mietentgang, auf diese Dinge angesprochen und mit der Tatsache von Beweisen konfrontiert, verdrückt sich schlicht und einfach: er habe jetzt keine Zeit. Der Hausherr (das Haus gehört nominell der Ehefrau) ist 76 und nach einer Parteikarriere mit höchsten Ämtern noch in einem Altersamt für die VP in Brüssel tätig.
Auf der Straße treffen wir Schulkinder, die uns schon kennen und sich zwar ein bißchen fürchten, aber auch die Erzählungen von dem Hund der so lieb mit den Kindern Ball spielt kennen, also keine Konflikte, der Hund (mit Maulkorb) bellt ihnen freudig entgegen. Eine zu betont damenhaft hergerichtete Frau regt sich darüber auf, bereits gutes Deutsch, dicker Ostakkzent. Über die Kreuzung, wo ich den Hund dann 40 Meter von der Leine lassen kann (er hat ja den Maulkorb und er beißt auch nicht, aber wer kennt schon die Rasse in diesem Prä-Slum) er Hauferln macht die ich ordentlich mit Sackerl aufhebe und ihn gerade noch rechtzeitig anleinen kann, denn knapp vor uns ein Riesenhund, gestreift/gestromt und offensichtlich gestört. Er gehört einer dicken Frau aus dem Sozialbau, die weiß daß er (wahrscheinlich aus dem Tierheim) gefährlich für andere Hunde ist und sich vorsichtig verhält. Ich bedanke mich überschwänglich, Anstand ist hier weiß Gott nicht die Regel. Schon kommt die nächste Osteinwanderin, die gar kein Deutsch aber "deppert" und "Sau" kann und das bei mir anbringt, obwohl sie eher den anderen Hund und seine Halterin meint, sich der gegenüber aber nicht traut. Diese Frau ist noch nicht lange da, das sieht man an dem schrecklichen Blond a la Minsk, das ihr die Haare völlig ruiniert hat. Sie ist keine alte Frau, aber ihr Gesicht ist gedunsen und faltig zugleich. Ständig sieht man hier solche Leute. Schon kommt der alte Inländer aus dem Sozialbau mit den zwei Terriern, er geht die Parks ab und stöbert dort in den Mistkübeln, das Weiberl hat er frei laufen (selbstredend ohne Maulkorb, aber egal) und den Rüden, der sich kläffend beinahe stranguliert, an der Leine. Ich sage ihm daß ich einen Hexenschuß habe und meinen eigenen Hund, der sich auch aufregt, schwer halten kann und daß er sich doch bitte rasch vorbeibemühen möge. Eine Schimpfkanonade geht auf uns nieder. Oft muß ich mit dem Hund über die sehr stark befahrene mehrspurige
Straße flüchten, wenn solche Hundehalter nicht ausweichen.

Grausliche Geschichten. Als ich im Baumarkt Blumenerde holte, trafen wir an der Kreuzung, an der wir lange warten mußten, einen Mann mit einem Bullmastiff-Pärchen, sie hatten nicht mal Halsbänder, geschweige denn Leine oder Beißkorb. Mein Hund mit Leine und Beißkorb wurde unruhig. Mit einer Handbewegung forderte der Mann seine zwei zu "sitz und bleib" auf und an ihren Gesichtern sah ich, daß sie ungefährlich waren.
Trotzdem ein typischer Dominanzgestus, anderen seine ungesicherten Hunde vorzuführen und wie gut mann sie "in der Hand hat".
Frau Rosenkranz kandidiert zur Bundespräsidentenwahl im April,als einzige gegen den
roten Amtsinhaber, der im Amt bleiben möchte. Sie hat sich dafür ausgesprochen das (Nazi)-Wiederbetätigungsgesetz zu sistieren. Eine Bresche in einen politischen cordon sanitaire, der bei kommenden Krisen den Rechten viel mehr Möglichkeiten gäbe.
Und manchen tun die Testosteronspritzen nicht gut.

Samstag, 6. März 2010



Es schneit und ist saukalt, jeden März das Gleiche: der Winter liefert dem Frühling ein Rückzugsgefecht. Aber die Orchideenknospen öffnen sich langsm, langsam und die Christrosen verfärben sich hellgrün, wenn die Blüten die Staubgefässe verloren haben.

Mittwoch, 3. März 2010


Kumbh Mela
Fotos

Am Fensterist das beste Licht zum Fotographieren und der Blick über die Kreuzung bis zu den Wienerwaldbergen im Norden der Stadt ist das Beste an der Wohnung: sie ist hell.
Heute im Penny-Markt noch zwei Hyazinthentöpfe und Lilienzwiebel gefunden. Diese Lilien gedeihen im Blumentopf sogar am Nordfenster und duften. - In der U-Bahn eine Frau mit Kopftuch, die vor Müdigkeit fast von Sitz rutscht. Wie viele türkische Frauen geht sie, nun, nach 4 Kindern, arbeiten. Ein Putzjob, 3 Stunden vor Bürobeginn, also von 5-8. Dann heim, eine Tasse Kaffee und die ganze Hausarbeit. Manche dieser Jobs verlangen 2 Stunden Dienst am Morgen von 6-8, und dann noch 2 nach Büroschluß. Diese Frauen sind ständig auf Achse, früh auf, Morgendienst, heim, Einkaufen, Kochen Hausarbeit, dann nochmals in die Arbeit und heim und ins Bett.
Es ist dasselbe Leben wie es viele österreichische Frauen in den 2 Jahrzehnten nach dem Krieg auch geführt haben. Dennoch gibt es keine Verständigung, keine Identifikation.

Dienstag, 2. März 2010


Liebe Barbara2, ich dachte man könne die Pelargonienästchen im Wasser lassen, bis sie kleine Wurzeln zeigen, dann aber gelesen, man müsse Fäulnis vermeiden und sie in Erde stecken; Blumentopf und Zeit noch einen zu besorgen hatte ich nicht, deswegen die Konservendose. - Heute morgen in den Frühnachrichten die Verhaftung Ejup Ganics. Schmerz. Wie froh waren wir, als Ganic aus Amerika kam und die Sache der Bosnier besser vermitteln konnte, wie froh über die Jüngeren mit den internationalen Erfahrungen, wie Haris Silajdzic. - Auf der Straße dann lange mit zwei migrantischen Jungs geredet, die vom Balkan sind, aber hier in der Schule waren, sie sind schon Ende zwanzig, haben noch keine Familie gegründet, sind arbeitslos weil durch billigere Arbeitskräfte (Bangladeshi und Polen) ersetzt. Zuerst waren sie bei der SP, wollten politisch was tun und sind von den Sozialdemokraten sehr enttäuscht, sie werden im April die Rosenkranz wählen und sich die FP ansehen. "Ich möchte eine richtige Arbeiterpartei gründen" sagte der eine. In Frankreich könnte man sie zu den Trotzkisten schicken, aber hier? Die Grünen sind viel zu abgehoben. Ich empfahl ihnen doch zu studieren, beide sind blitzgescheit und die Zulassung wäre möglich.

Montag, 1. März 2010


Eine Energiesparlampe die bis zu 25 Jahren hält,und das bei oftmaligem An-und Ausknipsen, habe ich gestern gezeigt bekommen. Sie hat 190,-öS gekostet und ist immer noch erhältlich und sogar billiger geworden, jetzt kostet sie ca. 11,-€. Für so eine haltbare Lampe wird natürlich keine Werbung gemacht, aber sie wird noch erzeugt und vertrieben:
www.spezial-leuchtmittel.de/de/OSRAM/Hochvolt-Halogenl/OSRAM-HALOLUX-E27-T-Form


Pelargonien gestutzt und umgetopft; vielleicht treiben die abgeschnittenen Zweige auch aus und können eingetopft werden, mal sehen. Heute war wieder die Polizei da,
wegen meines netten Nachbarn, ein Asylant, der Koch ist. Er hatte seinen Schlüssel verloren und mußte dann am Sonntag zusammen mit einem Freund seine Tür aufbrechen; konnte aber kein neues Schloß kaufen und einsetzen und Montag früh mußte er wieder in die Arbeit und ließ die Tür offen. Die Hausmeisterin schlich in gewohnter Manier im Stiegenhaus herum, traute sich aber (solange ich zu Hause war) nicht in seine offene Wohnung. Als ich zu Mittag heimkam, war schon die Polizei da, vom Hausmeisterpaar geholt. Die Polizisten waren nett und sagten er hätte die Tür zum Zimmer (es ist eine ganz kleine Wohnung mit einem Vorzimmer, das auch Küche ist) zugesperrt. Einen ordentlichen Hausmeister könnte man in so einem Fall um Hilfe bitten, dafür zahlt man ja schließlich auch. Nicht so hier: es gibt eine böse Tendenz nach unten zu treten, schwächere, die schlechter Deutsch können, die arm sind (wäre er all das nicht, hätte er gleich einen Schlosser ordern können und würde auch nicht hier wohnen) anzuschwärzen. - Bei Sarrazins neuem Spruch vom Kaltduschen mußte ich lachen, ich hab nicht einmal eine funktionierende Dusche, trotz Arbeit.