Die vielen sozial benachteiligten Kinder und Jugendlichen in den großen alten Gemeindebauten und den Zinshäusern der Gegend brauchen Nachmittagsbetreuung und Freizeitangebote. Es gibt eine ganze Reihe von solchen Angeboten: ein Lokal der MA13 und Parkbetreuung in den Schulferien, eine Gruppe von
Sozialarbeitern/streetworkern, das sogenannte
Kistl, ein Jugendzentrum mit Theatergruppe,
die
EU-Kinder weiter südlich im Bezirk, und das
Lerntrampolin. Jedes dieser Angebote ist sehr verdienstvoll, alle zusammen sind sie aber immer noch nicht genug.
Auf den Vorwurf unzureichender Angebote reagieren die städtischen Stellen recht empfindlich; historisch gesehen ganz zu Recht, da Wien eine Stadt mit sehr guter sozialer Versorgung ist; aktuell gesehen doch zu unrecht, da die Zahl von Kindern die durch ihre Familien zu wenig gefördert werden können und oft auch zu wenig betreut werden, sehr stark gestiegen ist. Die eher traditionellen Angebote der Jugendzentren wurden durch streetwork, Parkbetreuung und das Lokal der MA13 (das auch das
Nachbarschaftsnetzwerk KAESCH beherbergt und von dem aus betreute sonntägliche Ausflüge für die Kinder, die kaum aus dem Grätzl rauskommen, organisiert werden, was ich für sehr verdienstvoll halte: denn es gibt eine Menge Interessantes für Kinder in dieser Stadt, das nur von Mittelschichtseltern mit ihrem Nachwuchs besucht wird) ergänzt. Das Lerntrampolin wird durch Wiener Rotarier finanziert und kooperiert eng mit einer Volksschule, die EU-Kinder sind eine Mischung aus Lernhilfe und Nachbarschaftsnetzwerk und finanzieren sich nur aus Spenden, die in dieser Gegend nicht hoch sein können, was großen Idealismus bei der Organisatorin voraussetzt.
Gerade diese Mischung von Lernhilfe für Kinder, für deren Mütter beim Deutschlernen und ein Nachbarschaftsnetzwerk
in dem auch diese Mütter Spiele und Feste mitorganisieren ist ideal um soziale Integration in Gang zu bringen.
Auch von der Caritas gibt es
schöne Projekte, bisher allerdings noch nicht in diesem Bezirk. Da solche Angebote nur selten (wie im Falle des Lerntrampolins und der EU-Kinder) ausschließlich durch Spenden und Sponsoren finanzierbar sind, gibt es natürlich erhebliche Appetenz auf städtische Förderung und eine
gewisse Rivalität der Tragerorganisationen. Davon mitbetroffen sind die Betreuer und Sozialarbeiter, zumeist junge Leute,die von Projektantrag zu Projektantrag um ihre Arbeitsverträge zittern müssen. Die gut dotierten EU-Fonds sind für die etablierten großen Träger leichter anzapfbar, da die Projekteinreichung recht kompliziert sein kann und kleine Initiativen abschreckt, obwohl doch gerade das Gegenteil - nämlich ein recht freier Wettbewerb an Ideen und
Kooperationen - intendiert war.