Samstag, 14. April 2012


Der netteste Mieter ist jener, der nicht nur eine gemessen am wirklichen Zustand der Wohnung überhöhte Kategoriemiete zahlt ohne eine Angleichung fristgerecht einzuklagen, sondern der dann auch noch eigenhändig und auf eigene Kosten diese Bruchbude renoviert;beim Auszug sieht er keinen Cent. Dem Nachmieter aber kann dann volltönend Kategorie A in Rechnung gestellt und mit ein paar Phantasieaufschlägen (wie etwa dem berühmten "Parkblick") garniert werden. Man kann Mietern eine Renovierung der uralten und verzogenen Fenster in Aussicht stellen "wanns Ihren Hund weggeben" - allerdings verfängt sowas nur bei Minderjährigen. Wir kennen ein agiles Akademikerpaar daß einen Ersatz der verotteten Fenster bereits vor Gericht erstritten hat und noch immer tut sich nix, im Verzögern von Investitionen gibte unerhörte Expertise. Wie aber, fragt der B. hausen solche Besitzer selber? Da kenn ich zwei Varianten, sag ich. Die Variante a hat von null auf über hundert Mietobjekte gerafft, eines modern ausbauen und sich darin eine grandios coole Wohnung vom Architekten gestalten lassen, als Blumen dürfen nur weisse Callas in die weissen Hallen, der Hausherr hat eine Drehscheibe wie ich sie vorher nur in Werkstätten für Lokomotoven sah im Hof einbauen lassen um seine BMWs reversieren zu können, - de facto aber haust man in Kuchl und Schlafzimmer, so ist man aufgewachsen, so war mans gewohnt und erst die Enkel werden die weißen Hallen dreiradfahrend beleben. Und die Variante b haust freudlos schiach und duster; so wie man es bei wohlhabenden Leuten eigentlich nicht erwarten würde. Man genießt Macht und Besitz, sich an Schönheit und Behaglichkeit zu freuen hat man noch nicht gelernt, jeder Cent wird verteidigt, für die Enkel.

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